SGLT2 (Natrium-Glucose-Cotransporter 2)-Inhibitoren
Lösliche Guanylatcyclase-Stimulatoren (sGCS) und -Aktivatoren reduzieren oxidativen Stress, indem sie den Stickstoffmonoxidspiegel in Herz und Blutgefäßen erhöhen. Diese neuartigen Medikamente für die Behandlung von Herzinsuffizienz sind noch nicht so weit verbreitet wie andere Medikamente. Vericiguat ist eines dieser sGCS-Medikamente und kann in Kombination mit der standardmäßigen medikamentösen Behandlung dazu beitragen, Krankenhausaufenthalte bei schwerer Herzinsuffizienz zu verhindern. Riociguat ist ein weiteres sGCS-Medikament, das speziell für die Behandlung von pulmonaler Hypertonie zugelassen ist (Lungenhochdruck, der sich auf die Blutgefäße in der Lunge auswirkt).
SGLT2-Hemmer verringern das Risiko auf Herztod und schwerwiegende Ereignisse und sind auch für Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten, die keinen Diabetes haben, sicher in der Anwendung.
Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT2)-Hemmer sind Medikamente zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ II. Neuere Studien haben gezeigt, dass diese Medikamente die Lebensdauer verlängern und Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz reduzieren und überdies die Nierenfunktion schützen. Diese positiven Effekte zeigten sich bei Patientinnen und Patienten mit oder ohne Diabetes mellitus.
Wirkungsweise: Bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz sind die Wirkungen von SGLT2-Inhibitoren im Körper komplex. Sie bewirken eine Verbesserung des Herz- und Muskelstoffwechsels und der Nierenfunktion, haben eine milde diuretische Wirkung und können die Symptome einer Stauung bei Herzinsuffizienz reduzieren – unabhängig davon, ob Diabetes mellitus vorliegt.
Bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus blockieren SGLT2-Inhibitoren die Resorption des Blutzuckers (Glukose) in der Niere. Dementsprechend wird mehr Glukose aus dem Körper entfernt und über den Urin ausgeschieden. Infolgedessen sinkt durch SGLT2-Inhibitoren der Blutzuckerspiegel. Patientinnen und Patienten verlieren zumeist etwas Gewicht, während eine leichte Blutdrucksenkung eintritt.
Welche Vorteile sind zu erwarten? SGLT2-Inhibitoren führen bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz zu weniger Krankenhausaufenthalten, verlängern die Lebensdauer, verhindern Nierenprobleme und verbessern die körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität. SGLT2-Inhibitoren senken den Blutzuckerspiegel bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus, jedoch nicht bei Patientinnen und Patienten ohne Typ-II-Diabetes mellitus.
Nebenwirkungen: SGLT2-Inhibitoren werden von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz im Allgemeinen gut vertragen. Die Nebenwirkungen gleichen denen einer Einnahme von Placebos. Bei Patientinnen und Patienten mit Typ-II-Diabetes mellitus sind die häufigsten Nebenwirkungen Pilzinfektionen in Urogenitaltrakt und -organen, die in der Regel gut therapierbar sind durch eine mehrtägige lokale (Creme-)Behandlung. Seltenere Nebenwirkungen sind Schwindel bei sinkendem Blutdruck und eine Verschlechterung der Nierenfunktion. Normalerweise ist eine Anpassung anderer oraler blutzuckersenkender Medikamente oder Diuretika nicht notwendig, aber manchmal kann sie sinnvoll sein. Menschen mit Diabetes, die SGLT2-Inhibitoren einnehmen, sollten bei schweren Erkrankungen, Dehydrierung oder wenn sie ihr Insulin absetzen, vorsichtig sein, da es sich um diabetische Ketoazidose handeln könnte, die mit hohen Glukosewerten einhergeht. Diese schwerwiegende Erkrankung erfordert eine sofortige medizinische Behandlung.
Top-Tipps: Die Einnahme von SGLT2-Inhibitoren kann sicher in schrittweise erhöhter bzw. abnehmender Dosis begonnen oder beendet werden. Normalerweise ist die Anfangsdosis auch die Höchstdosis.
Auch bekannt als:
- Canagliflozin
(Invokana®) - Dapagliflozin
(Forxiga®) - Empagliflozin
(Jardiance®).